Flexible neue Arbeitswelt

Blog Nr. 3_Tina_Bild 1Am 19.03.2015 lud die „Frau in der Wirtschaft“ zum alljährlichen „FrühlingsERWACHEN“ ins Palais Niederösterreich in Wien. Unter dem Titel „Flexible neue Arbeitswelt“ diskutierten Wiener Un­ternehmerinnen mit hochkarätigen Gästen und renommierten ExpertInnen die Notwendigkeit flexiblerer Arbeits(zeit)modelle – und das nicht nur für Frauen.

Flexible Arbeits(zeit)modelle sind für die Wirtschaft unverzichtbar, um langfristige Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen zu garantieren und um sicherzustellen, dass sämtliche am Markt verfügbaren Kompetenzen auch sinnvoll eingesetzt werden. „Flexibilisierung fördert das Wachstum von Unternehmen und schafft so Arbeitsplätze“, plädierte ein redegewandter Professor Gottfried Haber in seiner Keynote für ein Umdenken in Gesellschaft, Politik und Business. Bei allem Verständnis für einen notwendigen Schutz mancher Personen und Gruppen sei eine flexiblere Einteilung der Arbeitszeit ausgesprochen förderlich für Viele. So sei z.B. Nachtarbeit nicht per se schlecht; oft sei im Gegenteil wenn die Kinder schlafen die einzig realistische Zeit für konzentriertes Werken. Aber auch andere Rahmenbedingungen stellte Haber an den Pranger: die starre Definition von “Selbständigkeit” versus „Angestelltendasein“ gehöre beispielsweise aufgeweicht – und es brauche „ein Sozialversicherungssystem, das für alle gilt“.

Palais Niederösterreich

Palais Niederösterreich

Unter der Moderation von Petra Gregorits (Vorsitzende Frau in der Wirtschaft Wien) diskutierte im Anschluss eine illustre Runde zum Thema: Ulrike Rabmer-Koller, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich, bestätigte, dass Arbeitszeitflexibilisierung ein wichtiger Faktor für die Vereinbarkeit von Familie & Beruf sei. Christiane Noll von Microsoft erzählte enthusiastisch aus dem Microsoft-Alltag: „Vertrauensarbeitszeit heißt: bei uns geht es um Leistung, nicht um Zeit. Mitarbeiter, die tolle Ergebnisse bringen und gleichzeitig weniger arbeiten, sind meist glücklicher. Wir fokussieren daher auf Commitment-based Management.“ Paulus Stuller, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien, wies auf das Entstehen von immer mehr „atypischen Beschäftigungsverhältnissen” am Arbeitsmarkt hin. Und: „Es gibt in Österreich immer mehr Ein-Personen-Unternehmen. Es wäre wichtig, im Studium endlich zu lernen, was man für’s Unternehmertum braucht.“

Petra Gregorits, Tina Deutsch

Petra Gregorits, Tina Deutsch

In vier „Best Practice“-VideosPilotFilm), und zwar von Microsoft Österreich, Simacek Facility Management, Comcept, sowie KLAITON wurden Beispiele dafür gezeigt, wie Flexibilisierung gelebt werden kann. Eine besonders erwähnenswerte Aussage von Comcept-Geschäftsführerin Elisabeth Mayerhofer: „Ich würde mir eine Arbeitswelt wünschen, in der der größte öffentliche Radiosender nicht schon ab Mittwoch den Chef beschimpft und das Wochenende herbeisehnt, sondern in der Arbeit als sinnstiftender Teil eines erfüllten Lebens gesehen wird. Ein Teil, vor dem wir nicht beschützt werden müssen, sondern ein Teil, in dem es uns ermöglicht wird, unsere eigenen Fähigkeiten und Stärken zu leben und einzusetzen.”

Alles in allem ein äußerst gelungener Vormittag. Danke an Petra Gregorits und das Frau in der Wirtschaft-Team für die Einladung zu dieser tollen Veranstaltung und dafür, dass wir von KLAITON dieses Jahr als Testimonial für Flexibilisierung mitwirken dürfen. Und an alle BeraterInnen, die uns bereits mit positivem Feedback kontaktiert haben!

Bis zum nächsten Mal,

Tina

PS: Zum Nachlesen: Tina Deutsch im Interview: ON – Das Magazin der Wiener Wirtschaft