Rares Wissen in Unternehmen

Rares Wissen_managementclub„Rares Wissen? Ich kann mit meinem Handy in fünf Minuten alles überall nachschauen. Die Welt ändert sich so schnell, wenn ich in 5 Jahren mit meiner Ausbildung fertig bin, gilt nichts mehr von dem, was ich gelernt habe. Wahrscheinlich gibt es den Job, für den ich mich heute interessiere, gar nicht mehr, wenn ich mit der Schule fertig bin. Also: sag mir, warum ich das, was Du mir beibringen möchtest, überhaupt lernen soll?“

 

Rares Wissen in Unternehmen - Grafik 2Bernhard Hofer, CEO von talentify.me, eröffnet mit einem Einblick in die Welt der Generation Z unsere Diskussionsrunde. Junge Menschen heute haben „drive“, sie wollen etwas bewirken – und sie wollen auch immer wissen, warum sie etwas tun.

 

Im Rahmen der Reihe „Zukunft aktiv gestalten – Perspektiven für den Mittelstand“ haben wir gemeinsam mit abz*Austria, Seinfeld Professionals, theLivingCore und Qualysoft im management club Wien darüber diskutiert, was dieses “rare Wissen” ist, wer es besitzt, wie man damit umgeht – und was die neu auf den Arbeitsmarkt drängende Generation eigentlich wirklich davon braucht.

 

Statt eines Resümees und eines eindeutigen Ergebnisses, die wir aus der Veranstaltung mitnehmen, ergibt sich ein spannendes Kaleidoskop von Aspekten, die den Begriff „rares Wissen“ abstecken. Es lohnt sich, über jeden einzelnen genauer nachzudenken:

 

Rares Wissen = das, was wir nicht wissen.

 

Rares_Wissen_andreas KulickAndreas Kulick, Geschäftsführer bei theLivingCore, berät Unternehmen im Bereich Innovation. Das Thema Innovation ist heute für alle Firmen allgegenwärtig. Die entscheidende Frage dabei ist: was wollen Kunden eigentlich wirklich? Oft kann ein Unternehmen selbst das gar nicht wissen, denn es ist zu sehr Teil des Systems Unternehmen – Produkt – Kunde.

 

Darum ist es wichtig, als Unternehmen Denkräume zu schaffen – psychisch & physisch – in denen losgelöst vom System wirklich neue Dinge geschaffen werden können.

 

Rares Wissen = besser nicht auf Inseln.

 

rares Wissen_Roland StrahlhoferDie Bearbeitung von systems of records, also von Wissensspeichern, beanspruchen nach wie vor 80% der IT-Budgets, erklärt Roland Strahlhofer, Head of Application Services bei Qualysoft. In der Realität liegt allerdings oft viel Wissen bei einzelnen Menschen – sowohl in deren Köpfen als auch auf deren persönlichen Laufwerken.

 

Wenn eine derartige Wissensinsel wegbricht und damit ein Pfeiler, auf dem das Unternehmen steht, hat das verheerende Folgen. Rares Wissen in Unternehmen wird niemals nur in Datenbanken liegen, es wird immer auch bei den Menschen liegen, die zusammen arbeiten. Dies bildet den Mehrwert eines Unternehmens. IT-Systeme sollten den Mehrwert der Unternehmen bestmöglich erfassen: Das Fundament muss stabil sein und Schnittstellen dabei so flexibel, dass sie in einer schnelllebigen Welt einen agilen, flotten Tanz auf dem Fundament ermöglichen.

Rares Wissen = das Wissen von Frauen.

 

rares wissen_manuela VollmannManuela Vollmann, Geschäftsführerin abz-Austria, betont ganz stark: viele Unternehmen nutzen das Wissen von Frauen noch immer zu wenig – aber “the trend is your friend” – es geht ganz klar in die richtige Richtung: Der Anteil an erwerbstätigen Frauen steigt jährlich, es liegt an den Arbeitgebern, Modelle zu schaffen, die Frauen – und Männern!  – ermöglichen, Familie zu haben, Angehörige zu pflegen, Sabaticals zu nehmen. Jobsharing und flexible Arbeitszeiten sind nur zwei Möglichkeiten, die Arbeitgeber nutzen können, um Bedingungen zu schaffen, die dafür sorgen, dass wichtiges Wissen im Unternehmen bleibt.

 

Sophie Martinetz, Moderatin der Veranstaltung und – gemeinsam mit dem Management Club – Host dieser Veranstaltung, ermöglicht mit northcote.recht modernes Arbeiten für Rechtsanwälte. Sie bietet Menschen mit rarem Wissen eine Arbeitsumgebung, die Platz für Familie und Hobbys schafft, indem Administration und Verwaltung gebündelt von Northcote übernommen wird.

 

Rares Wissen = Wissen, das ich nicht permanent brauche.

 

rares wissen_nikolaus schmidtMein Beitrag zum Kaleidoskop ist der schnelle Zugriff auf Wissen, das nicht permanent gebraucht wird. Wir bei KLAITON bringen Unternehmen mit selbständigen UnternehmensberaterInnen zusammen. Wenn ein Unternehmen sich z.B. neu organisieren möchte, braucht es das hochspezialisierte Wissen einers/r Organisationsentwicklers/in. Kein Unternehmen wird so eine/n OrganisationsentwicklerIn anstellen, denn dieses Wissen wird nur für die Zeitspanne der Reorganisation gebraucht. Darum ist es wesentlich kosteneffizienter und qualitativ besser, für dieses spezielle Projekt auf externes Expertenwissen zuzugreifen.

 

Man kann nicht alles selbst können, Plattformen wie unsere erleichtern den Zugang zu externem Wissen extrem. Denn um nochmal auf das einleitende Zitat des „typischen Generation Z“- Vertreters zurückzukommen: so, dass man wirklich alles googlen kann, ist es dann doch nicht.

 

Wenn man das Kaleidoskop betrachtet, setzt sich aus den vielen bunten Glassteinen ein großes Ganzes zusammen. Rares Wissen muss man finden, halten, aktiv nutzen, gut „verwalten“ und auch mal von außen dazu holen.

 

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal,

 

Nikolaus Schmidt