Online oder im Geschäft: Wo bekomme ich ein tigitag?

SchrettnerHavas„Im Geschäft angreifen können, kombiniert mit 24 Stunden weltweiter Verfügbarkeit– das ist der Weg.“

Sagen Ulla Havas-Harsch und Tina Schrettner, die 2013 eine Idee hatten: tigitags. Das sind knallig bunte Baumwoll(arm)bänder, die auf der Innenseite ein Feld haben, das beschriftet werden kann – mit Informationen, Kontaktdaten oder lustigen Sprüchen. Stylishes Accessoire und wichtige Funktion in einem – denn gerade verlorene Kinder tragen mit dem Armband einen Hinweis mit sich, wie ihnen geholfen werden kann: eine tolle Sache!

Kollektion2016_tigitag_1Damit es nicht bei einer Idee bleibt, haben die beiden, die sich in ihrer Marketing Manager Funktion bei Unilever kennengerlernt haben, ihre Firma gegründet. Die zwei Geschäftsfrauen erzählen über ihre Vertriebskanäle, was ihnen bei der Auswahl wichtig ist, wo die Schwierigkeiten liegen und warum die Kombination aus on- und offline Kanälen unerlässlich ist.

Nikolaus (KLAITON): Liebe Tina, liebe Ulla, Ihr vertreibt Eure tigitags über einen Webshop, über Amazon und offline in Geschäften. Was war zuerst, was kam später dazu?

tigitag: Gestartet haben wir mit einigen offline-Geschäften, bei denen wir probiert haben, wie unsere Produkte überhaupt angenommen werden. Das hat gleich super geklappt, so dass wir dann kurz darauf den Onlineshop gestartet haben. Amazon kam dann erst heuer dazu.

Nikolaus: Warum habt Ihr Euch für genau diese Vertriebskanäle entschieden?

tigitag: Für uns ist der „stationäre“ Handel von großer Bedeutung, wir wählen die Geschäfte sehr sorgfältig aus, die vom Stil und Typ zu uns passen. Es ist uns wichtig, dass unsere Kunden unsere Produkte in den Geschäften ansehen, angreifen und probieren können. Gleichzeitig wollen unsere Kunden aber jederzeit, flexibel und kurzfristig tigitags bestellen. Die Kombination aus online und offline Kanälen ist einfach in der heutigen Zeit unerlässlich.

Nikolaus: Offline wählt ihr Geschäfte sehr sorgfältig nach Stil und Typ aus. Wie passt diese sehr persönliche Herangehensweise mit einem Vertriebskanal wie Amazon zusammen? Wie vereinbart Ihr diese beiden Vertriebswege? 

tigitag: Das ist ganz einfach beantwortet: Was den online Vertrieb angeht (egal ob der eigene Shop oder Amazon) so können wir unsere Präsentation selbst gestalten und direkt kommunizieren, was uns wichtig ist. Das ist im offline Handel anders – hier müssen wir uns Partner suchen, die unsere Produkte in einer Art und Weise und einem Ambiente präsentieren, das zu uns passt. Denn nur dann erreichen wir auch die für uns richtige Zielgruppe und können unsere Marke im richtigen Umfeld platzieren. Langfristiger Markenaufbau zählt hier oft mehr als kurzfristige Umsatzdenke.

Nikolaus: Welchen Schwierigkeiten seid Ihr beim Aufsetzen der Kanäle begegnet – und welchen begegnet Ihr nach wie vor?

tigitag: Unsere Vertriebspartner zu akquirieren ist eine schöne Aufgabe, da uns prinzipiell immer sehr positiv begegnet wird, und unsere Produkte durch die Bank sehr gerne und rasch ins Sortiment aufgenommen werden.

Im täglichen Geschäft fehlt uns leider oft die Zeit, unsere Handelspartner noch regelmäßiger zu besuchen – denn der direkte Austausch ist enorm wichtig. Mit den Informationen, die wir dabei bekommen, können wir unsere Produkte laufend zielgruppengerecht weiterentwickeln.

Was Amazon betrifft, so war der Initialaufwand sehr intensiv; Jetzt, wo alles angelegt und etabliert ist, läuft das aber auch problemlos.

Nikolaus: Für welche Produkte würdet ihr Amazon als Vertriebskanal empfehlen? Was sind die Vor- und Nachteile?

tigitag: Bei Amazon ist es entscheidend, dass man gute Schlagwörter definiert, nach denen der Konsument auch wirklich sucht. Das ist bei manchen Produkten deutlich einfacher als bei anderen.

Schwierig ist das vor allem bei komplett neuartigen Produkten, die keiner Kategorie eindeutig zugeordnet werden können, wie auch unsere tigitags. Das ist sicherlich ein Nachteil zu Beginn und die Schlagwörter müssen laufend adaptiert und optimiert werden.

Ein wesentlicher Vorteil von Amazon ist hingegen, dass Produkte und Marken auch ganz zufällig entdeckt werden, und wir dadurch Kunden gewinnen können. Amazon funktioniert für unser Sortiment in Deutschland zurzeit am besten.

Nikolaus: Vor dem Hintergrund, dass Amazon inzwischen schon innerhalb einer Stunde liefert: Wie schnell sind Eure Produkte beim Kunden, wenn er/sie online bestellt? Welche Herausforderungen seht Ihr in der Produktion und Logistik?

tigitag: Wir sind stets bemüht, unsere Produkte innerhalb kürzester Zeit zum Kunden zu liefern – das bedeutet innerhalb Österreichs in der Regel in 2-3 Tagen, ins Ausland dauert es etwas länger. Unsere Amazon Bestellungen werden auch von uns direkt verschickt, daher können unsere Kunden die Amazon-Express Lieferung innerhalb von Stunden nicht in Anspruch nehmen. Wir sehen derzeit auch keinen wirklichen Bedarf seitens unserer Kunden. Alle unsere Produkte sind in Österreich handgefertigte Unikate – da kann es auch schon mal vorkommen, dass ein Produkt kurzfristig nicht lieferbar ist, in dem Fall setzen wir natürlich alles daran, schnellstmöglich unseren Stock wieder aufzubauen. Unseren Kunden ist die Qualität und Individualität der Produkte wichtiger als eine eine extrem schnelle Lieferung.

Nikolaus: Wo setzt Ihr Euer Marketingbudget ein: online oder offline? Was würdet Ihr anderen raten?

tigitag: Wir fokussieren uns auf  tailor-made Medienkooperationen (z.B. Gewinnspiele/redaktionelle Beiträge) sowie Pop-up Märkte (z.B. Mini Markt Wien), Flyern an relevanten Kontaktpunkten (z.B. bei Kinderärzten/Kindergärten) und kombinieren das mit online Aktivitäten (z.B. Zusammenarbeit mit Bloggern, Facebook Ads zu speziellen Themen/Anlässen). Fakt ist aber auch, dass wir einen großen Teil unseres Budgets in neue Produktentwicklungen und die Umsetzung von neuen Ideen investieren. Gerade als junges Unternehmen ist es wichtig, mit dem Budget sorgfältig umzugehen und klare Prioritäten zu setzen. Wir haben das Glück, dass unsere Produkte sehr stark über Empfehlung in unserer sehr spitzen Zielgruppe funktionieren.

Nikolaus: Danke für Eure interessanten Einblicke in die Vertriebsstrategie eines kleinen, aber sehr feinen Unternehmens!

Übrigens: Tina berät als KLAITON Beraterin große und kleine Unternehmen zum Thema Marketing & Vertriebsstrategie. Melden Sie sich doch bei uns, wenn Sie Unterstützung brauchen. Zum Weiterlesen zum Thema On- und Offlinevertrieb empfehle ich Ihnen außerdem: Der große Kundenversteher: Omni Channel Retailing.

 

Beste Grüße,

 

Nikolaus Schmidt