WELTFRAUENTAG

Diversity gleich Innovation

Warum Frauen in der Beratung so wichtig sind

Strategie Organisation

Klaiton Redakteurin

08.03.2022

4 Minuten

Wer bei der aktuellen Veränderungsgeschwindigkeit nicht abgehängt werden will, sollte sich auch mit dem Thema „Diversity“ beschäftigen. In der Beratungsbranche hat sich bereits einiges getan. Die Zahl weiblicher Consultants wächst. Was bringt der weibliche Beraterblickwinkel für Unternehmen und wie können sie ihre Diversität stärken?

Das Thema „Diversity“ wird in den meisten Unternehmen inzwischen GROSS bzw. mit (Gender)Doppelpunkt geschrieben. Längst ist klar, dass eine vielfältige Kultur immensen Einfluss auf die Innovationsgeschwindigkeit und die Arbeitgeberattraktivität hat. Denn eine digitale Generation mit einem neuen Rollenverständnis fügt sich ungern patriarchalen Systemen.

Und dennoch sind Frauen in den Führungsetagen der Wirtschaft noch immer unterrepräsentiert. 2020 lag der weibliche Anteil bei 27 Prozent, zeigt eine neue Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Ein Umdenken erfolgt, aber die Umsetzung geht nur langsam voran.

Warum Beratung häufig noch sehr männlich ist


Auch die (klassische) Unternehmensberatung zeigt immer noch ein von Männern dominiertes Bild. Zwar gelingt es, immer mehr weiblichen Nachwuchs für die Branche zu gewinnen und viele Themenfelder – wie etwa Personal oder Organisationsentwicklung – mit Frauen zu besetzen. Allerdings verlieren die Beratungen ihren paritätischen Anteil häufig auf dem Weg an die Spitze.

Warum ist das so? Eine entscheidende Hürde ist die hohe zeitliche und räumliche Flexibilität, die der Beratungsjob meist immer noch fordert. Mit familienfreundlichen Arbeitsmodellen ist diese nur schwer vereinbar. Und noch immer sind es die Frauen, die in der Regel unter dieser Doppelbelastung leiden.

Zwar hat sich mit der wachsenden Nachfrage nach Remote-Consulting eine gewisse Erleichterung eingestellt. „Allerdings finden immer noch viele Workshops oder Termine vor Ort beim Kunden statt. Es braucht also ein gutes Organisationsnetzwerk, wenn man diese Herausforderung mit Kleinkindern händeln will“, erklärt Victoria B., seit Jahren freiberufliche Beraterin bei der Consulting-Plattform Klaiton.

Und dennoch hat sich in der Consulting-Branche in den vergangenen 15 Jahren viel verändert. Die Plattformökonomie und der Kulturwandel in Unternehmen haben den Beratungsmarkt reformiert.

Consultant beim Sichten des Scopings.


Gerade in starren Strukturen müssen Consultants menschliche Attribute mitbringen


Anforderungsprofil und Verständnis an einen Consultant sind heute ein anderes. An die Stelle des „Ich zeig euch, wie es geht“ ist ein Sparring auf Augenhöhe gerückt. Die menschliche Komponente ist wichtiger geworden. Schlips und Business-Kostüm werden durch eine kollegiale Duz-Kultur ersetzt. In den 2020ern ist Unternehmensberatung sehr viel mehr People Business. Damit hat sich auch der Zugang zu Themen und Kunden gewandelt.

„Heute müssen Consultants ihr Gegenüber viel empathischer und feinspüriger abholen“, sagt Victoria B. „Frauen profitieren hierbei sicherlich häufig von ‘typisch weiblichen’ Attributen wie einem diplomatischen Fingerspitzengefühl und der Fähigkeit, anderen Menschen auf "Herzenzhöhe zu begegnen.“ Insbesondere in starren Strukturen – wie diese in Familienunternehmen oft bestehen – sei ein einfühlsames Vorgehen besonders wichtig. „Weibliche Consultants können hier manchmal noch besser auf den Kunden eingehen und das eigene Ego dabei außen vorlassen“, so die Beraterin.

Geschlechtergemischte Teams entwickeln bessere Lösungen


Tatsächlich zeigen Studien und Erfahrungen, dass Unternehmen mit paritätischen Teams versierter im Umgang mit verschiedenen Stakeholdern sind und bessere Lösungen entwickeln. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass heterogene Teams sich besser und schneller an die sich verändernden Märkte und Gegebenheiten anpassen können“, sagt auch Caro F. Die unterschiedliche Herangehensweise beider Geschlechter führt zu einer höheren Gruppenintelligenz, fördert Innovation und Belastbarkeit. Die weiblichen Teammitglieder gelten dabei meist als ausgewiesene Organisations- und Motivationstalente mit großem Engagement. Das Beziehungsmanagement fällt ihnen in der Regel leichter.

Mit den agileren Strukturen, die sich vielerorts etabliert haben, haben daher viele Unternehmen erkannt, dass eine Teamvielfalt die Leistungsfähigkeit von Projektgruppen immens befeuern kann. Denn je mehr Blickwinkel an einem Tisch zusammenkommen, desto mehr Innovation ist möglich. Ein paritätischer Frauenanteil ist – ebenso wie Alter, Seniorität oder Persönlichkeit – das Fundament einer gewinnbringenden Diversity. Und diese rangiert in vielen Unternehmen weit oben auf der Agenda.

Fehlt die Diversität in den eigenen Reihen, holen sich Unternehmen diese von außen

Ein Umdenken ist also da. Allerdings gelingen Veränderungen in bestehenden Strukturen häufig nur langsam und schrittweise. Viele Unternehmen bringen die gewünschte Diversität daher durch weibliche Impulse von außen in ihre Teams und greifen auf die Vielfalt von Consulting-Plattformen zurück. „Eine mehrdimensionale, möglichst diverse Sicht auf ein Thema zu haben, ist das Um und Auf für erfolgreiches Agieren, egal in welchem Markt- oder Branchenumfeld“, sagt Caro F.

Mit externen Beraterinnen schließen sie ihre fachlichen Lücken und nutzen die Chance, Männerrunden aufzulockern und ihre Teams diverser aufzustellen. Nicht selten beschleunigt eine paritätische Besetzung dabei auch das kulturelle Umdenken in den eigenen Reihen und wirkt sich positiv auf das Recruiting und Employer Branding aus.

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