SALON KLAITON

Wirtschaftsstandort Österreich – Quo Vadis?

Am 06.04.2022 fand der erste Salon Klaiton im Dogenhof statt.

Klaiton

06.04.2022

3 min

Unter dem Thema „Wirtschaftsstandort Österreich – Quo Vadis?“ fand am Mittwoch der erste Salon Klaiton im Dogenhof statt.

Das neue, exklusive Eventformat der prämiierten Beraterplattform Klaiton, die sich nun wieder im 100% Besitz der beiden Gründer:innen befindet, greift im kleinen Rahmen aktuelle wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Themen auf. Moderiert wurde der Abend von Nikolaus Schmidt, Co-Founder von Klaiton, der sich mit seinen Gästen über Energiepolitik, Fachkräftemangel und Nachhaltigkeitstrends austauschte.

Am Podium diskutierten Monika Köppl-Turyna, Leiterin von Eco Austria, Stephan Strzyzowski, Chefredakteur von “Die Wirtschaft”, Marie Ringler, Europachefin von Ashoka, und Elisabeth Oberndorfer, Startup & New Economy Journalistin.

Dass sich die jüngsten Entwicklungen nachhaltig auf Österreich auswirken, war ein erster, schnell geteilter Befund, der aktuellen Lage. Monika Köppl-Turyna: „Die heimische Produktion wird gerade angeschlagen: Die Erhöhung der Energiepreise trifft hauptsächlich Europa. Die Steigerung der Herstellungskosten könnte mittelfristig eine weitere Abwanderung von Produktionsanlagen zur Folge haben.“

Im Spannungsfeld der Energiepreise und Energiewende

Diskutiert wurde folgend, wo, im Spannungsfeld Energiepreise und Energiewende, die richtigen Hebel anzusetzen sind, um langfristig nachhaltig zu wirtschaften - sei es die CO2- Besteuerung oder Anreizsysteme für neue Technologien. „Wir müssen eindeutig über einen kurzfristigen Horizont hinaus investieren, wenn wir auf der Erde weiterleben wollen.“ betont Elisabeth Oberndorfer in einem ersten, klaren Statement.

Stephan Strzyzowski betont in diesem Kontext: „Altes mit Neuem zu ersetzen ist aktuell leider oft zu schwierig: Eine Wirtschaft auf alternative Energien umzustellen, ist praktisch unmöglich, wenn Umweltprüfungsverfahren bis zu 200 Monate dauern, wie es derzeit teilweise der Fall ist.“

Marie Ringler kennt Beispiele, welche zusätzlichen Maßnahmen auf die Erreichung der Klimaziele einzahlen können, z.B. „eine stadt-zentrierte Betrachtung von CO2 sparenden Maßnahmen, anstatt einer Objekt-zentrierten: Es ist wohl langfristig nicht möglich, jedes einzelne Haus und jede Wohnung klimafit zu machen. Internationale Ansätze sehen unterschiedliche Bereiche in Städten vor, die sich einem jeweiligen Thema widmen, das dort jeweils leichter umzusetzen ist.“ Wieso eigentlich Österreich „als Schrebergarten“ – oder ausschließlich Europa im Fokus des Interesses stehen sollte, wurde auch besprochen. Sollte man sich nicht aktiver bemühen, die neu industrialisierten und in Entwicklung begriffenen Länder in den Fokus zu rücken?

Steuerungsimpulse für CO2

Nikolaus Schmidt machte auf den aktuellen IPCC Bericht aufmerksam, sowie dass der CO2 Ausstoß, „beispielsweise in Deutschland zu mehr als 30% von nur 30 Unternehmen verursacht wird. Auch hier ist ein Steuerungsimpuls nötig“. Das Podium war sich hier einig: Der Preis für CO2 Emissionen müsse weiter erhöht werden: Steuerungsmaßnahmen unter 150 EUR pro Tonne wären praktisch sinnlos.

Eine Stimme aus dem Publikum merkte an, dass es unabdingbar wäre, einen Rahmen zu schaffen, indem die Einsparung von C02 ein Gewinnmodell wäre, da „unsere Welt zumindest momentan nicht anders funktioniere“.

Zu diesem Zeitpunkt wurden die beiden großen Strömungen der Diskussion gut sichtbar:

Bei starkem Konsens bezüglich des unbedingten Bedarfs „grün“ zu werden, standen die beiden Schulen „Eigenverantwortung & partizipative Modelle“ und „staatliche Steuerungsimpulse und -strafen, die schnell ziehen“ einander gegenüber.

Ideologie vs. Realismus

„Ideologie und Realismus müssen miteinander einhergehen“ forderte Elisabeth Oberndorfer.

Darüberhinaus wurde noch über folgende Themen diskutiert:

  • Es müsse mehr in die Ausbildung investiert werden, auch im Rahmen einer Rot-Weiß-Rot Karte. Die Diskrepanz zwischen Zuwanderung und Fachkräftemangel ist derzeit bei vielen in einem anderen Bewusstsein und wir erleben aus der Ukraine gerade einen Zustrom hochqualifizierter Arbeitskräfte, von denen sicher einige bleiben werden.
  • Vieles sei für Europa in den kommenden Monaten entscheidend, damit die EU nach wie vor wettbewerbsfit bleibt und sich gleichzeitig Klimazielen widmen kann.
  • Wäre es möglich, die hidden und „hidden, hidden“ Champions im Bereich Umwelttechnik so zu entwickeln, dass Österreich zu einem Vorzeigeland, aber auch globalem role model für Umwelttechnik wird? „Eindeutig“, befand das Podium, doch hier liegt viel Arbeit vor uns.


Am Ende dieser spannenden Podiumsdiskussion konnten alle Teilnehmer:innen den Abend in der schönen Location mit netzwerken und und weiteren Unterhaltungen ausklingen lassen.

Mit „Building connections with impact” bringt Klaiton in diesem neuartigen Event Format CEOs und Entscheider:innen ins Plaudern und regt gemeinsam zum Nachdenken und Lachen an.

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Im Spannungsfeld der Energiepreise und Energiewende

Ein erster, schnell geteilter Befund war, dass sich die jüngsten Entwicklungen nachhaltig auf Österreich auswirken werden. Monika Köppl-Turyna erklärte: „Die heimische Produktion wird gerade angeschlagen: Die Erhöhung der Energiepreise trifft hauptsächlich Europa. Die Steigerung der Herstellungskosten könnte mittelfristig eine weitere Abwanderung von Produktionsanlagen zur Folge haben.“

Diskutiert wurde anschließend, wo die richtigen Hebel anzusetzen sind, um langfristig nachhaltig zu wirtschaften - sei es die CO2-Besteuerung oder Anreizsysteme für neue Technologien. „Wir müssen eindeutig über einen kurzfristigen Horizont hinaus investieren, wenn wir auf der Erde weiterleben wollen.“, betonte Elisabeth Oberndorfer in einem ersten, klaren Statement.

Stephan Strzyzowski berichtete in diesem Kontext: „Altes mit Neuem zu ersetzen ist aktuell leider oft zu schwierig: Eine Wirtschaft auf alternative Energien umzustellen, ist praktisch unmöglich, wenn Umweltprüfungsverfahren bis zu 200 Monate dauern, wie es derzeit teilweise der Fall ist.“

Marie Ringler nennt diesbezüglich Beispiele, welche zusätzlichen Maßnahmen auf die Erreichung der Klimaziele einzahlen könnten. „Eine Stadt-zentrierte Betrachtung von CO2 sparenden Maßnahmen, anstatt einer Objekt-zentrierten: Es ist wohl langfristig nicht möglich, jedes einzelne Haus und jede Wohnung klimafit zu machen. Internationale Ansätze sehen unterschiedliche Bereiche in Städten vor, die sich einem jeweiligen Thema widmen, das dort leichter umzusetzen ist.“, so Ringler.

Wieso eigentlich Österreich „als Schrebergarten“ – oder ausschließlich Europa im Fokus des Interesses stehen sollte, wurde ebenfalls besprochen. Sollte man sich nicht aktiver bemühen, die neu industrialisierten und in Entwicklung stehenden Länder in den Mittelpunkt zu rücken? Vieles sei für Europa in den kommenden Monaten entscheidend, damit die EU nach wie vor wettbewerbsfit bleibt und sich gleichzeitig Klimazielen widmen kann.

Steuerungsimpulse für CO2

Nikolaus Schmidt brachte den aktuellen IPCC Bericht ins Gespräch sowie dass der CO2 Ausstoß „beispielsweise in Deutschland zu mehr als 30% von nur 30 Unternehmen verursacht wird. Auch hier ist ein Steuerungsimpuls nötig.“ Das Podium war sich einig: Der Preis für CO2 Emissionen müsse weiter erhöht werden, Steuerungsmaßnahmen unter 150 EUR pro Tonne seien praktisch sinnlos. Eine Stimme aus dem Publikum merkte diesbezüglich an, dass es unabdingbar wäre, einen Rahmen zu schaffen, indem die Einsparung von CO2 ein Gewinnmodell wäre, da „unsere Welt zumindest momentan nicht anders funktioniere.“

In diesem Zusammenhang wurden die beiden großen Strömungen der Diskussion sichtbar: Bei starkem Konsens bezüglich des unbedingten Bedarfs „grün“ zu werden, standen die beiden Schulen „Eigenverantwortung & partizipative Modelle“ und „staatliche Steuerungsimpulse und -strafen, die schnell ziehen“ einander gegenüber. Welche die Richtige ist, bleibt offen.

Ausbildung und hidden Champions

Es müsse mehr in die Ausbildung investiert werden, auch im Rahmen einer Rot-Weiß-Rot-Karte. Die Diskrepanz zwischen Zuwanderung und Fachkräftemangel ist derzeit bei vielen in einem anderen Bewusstsein. Wir erleben aus der Ukraine gerade einen Zustrom hochqualifizierter Arbeitskräfte, von welchen bestimmt einige bleiben werden.

Wäre es auf der anderen Seite möglich, die hidden und „hidden, hidden“ Champions im Bereich Umwelttechnik so zu entwickeln, dass Österreich zu einem Vorzeigeland, aber auch globalem role model für Umwelttechnik wird? „Eindeutig“, befand das Podium, doch hier liegt viel Arbeit vor uns.

Beendet wurde dieser spannende Abend mit Networking, Getränken und Häppchen in gemütlicher Atmosphäre. Unter unserem Motto „Building connections with impact” bringt Klaiton in dieser neuen Eventreihe CEOs und Entscheider:innen ins Plaudern und regt gemeinsam zum Nachdenken an.

Weitere Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.